Die Weggabelung

Kennst du das auch, dass du an eine Weggabelung kommst, bei der du nicht weisst, welche Richtung du einschlagen solltest, um zum Ziel zu gelangen? Mir passiert das immer wieder mal, weil ich gerne Entdeckungsreisen mache. Ich versuche meinem Naturell entsprechend gerne den kürzeren zu wählen, weil er eben spannender ist. In der Regel dauern dann diese Ausflüge ja meist länger und führen zu etlichen Blessuren an Armen und Beinen, wegen dem Dornengestrüpp, Felsengestein oder fast unüberwindbaren Bächen.

Zäune und bellende Hunde

Und urplötzlich steht man dann vor Zäunen, die irgendwelche verfallenen Ställe oder Grossgrundbesitz schützen sollen, auf dem keine Menschenseele anzutreffen ist, nur kläffende Hunde, die einem ganz gehörige Angst einjagen. Das hat man davon, wenn man nicht den vorgegebenen Weg geht, höre ich korrektere und vorsichtigere Mitmenschen schimpfen. Würde man immer nur auf dem gepflasterten Weg gehen, wäre man wohl schneller und würde sich weniger «Gefahren» aussetzen, doch zu welchem Preis? Ich vermute mal hier, dass vorgegebene Wege ebenso «gefährlich» sein können, nur auf eine andere Weise.

Verkehrswege steigern die Effizienz

Autobahnen, Eisenbahnstrecken und viele weitere Verkehrswege tragen dazu bei, dass Menschen und Güter effizienter von A nach B kommen, und das immer schneller und pünktlicher. Diese Wege zu bauen erforderte neben Ingenieurwisse auch extrem hohe Energiemengen und sie zu bedienen noch mehr. Menschenmassen werden heute mehr denn je kanalisiert. Man beginnt sich als Reisender zu gewöhnen, an die Annehmlichkeiten in der klimatisierten Reisehülle, sei es im Auto, im Flugzeug oder in den S-Bahnen und Bussen.

Das immer Gleiche

In den ÖVs fahren wir zu den immer gleichen Zeiten, mit den immer gleichen Leute zusammen, die «20 Minuten» lesen. Die Zeit, in der man grad das immer gleiche Kreuzworträtzel lösen kann. So tragen Wege dazu bei, dass die Wirtschaft und die Gesellschaft, sich ständig aufeinander abstimmen. So betrachtet dienen ausgebaute Wege also auch der sozialen Kalibrierung. Darum war es während der Corona-Krise als es zum «lock down» kam, so wichtig, dass die Züge und Verkehrswege weiterfuhren. Nun nahmen viele von uns wieder das gute alte Velo unter unsern Hintern und erkunden das Hinterland unseres Wohnorts. Ich habe da ganz viele neue Entdeckungen machen können.

Wir stehen an einer neuen Weggabelung!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü