Dienstag, der 17. März: Kommen wir noch rüber nach Gailingen? In Google Map sieht man, dass die Strasse über den Rhein bereits gesperrt ist. Wir wollen uns mit eigenen Augen vergewissern, ob tatsächlich kein Rüberkommen mehr möglich ist, wenigstens zu Fuss, um die Geschäftspost im deutschen Geschäftsdomizil zu holen.

Wir parken das Auto kurz vor dem Städtchen Diessenhofen und gehen die letzten 300m zu Fuss zur historischen Holzbrücke. Schon bald hören wir durch die schmalen Gässchen ein leises, stoisches Brummen eines Riesenlaster, der grade dabei ist, eine Riesenbetonsperre vor das Tor zu Deutschland zu setzen. Ein grausiger Anblick. Davor ein Grenzbeamter mit verschränkten Armen und ernster Miene. Er überwacht das Geschehen. Wir bleiben auf Distanz. Unsere Frage, ob wir die Post holen können, wird verneint. Er verrweist auf die grossen Grenzübergänge.

Das sonst meist bestaunte Bauwerk hier am Platz, das unter Denkmalschutz steht, darf auch nicht mehr fotografiert werden? Weil es hässlich aussieht, wie ein schönes Gesicht mit einem Pickel auf der Nase?

Im Nu ändern sich Vorschriften und Bedrohnungslagen. Wir haben eine kriegsähnliche Situation. Ein kurzer Blick am Laster vorbei durch die gedeckte Holzbrücke zeigt auf der deutschen Seite die zweite Sperre.

Zwei Sperren für eine Grenze. Dazwischen die Zone, genau darunter der verbindende Rhein, die Lebensader von uns allen. Der Rhein fliesst weiter.

 

 

 

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