Familie und Nachbarschaft werden wichtiger

Eine Woche ist um seit Beginn der Coronakrise. Wir sind gezwungen, von zu Hause aus zu arbeiten, an dem Ort, wo wir normalerweise schlafen, lieben und träumen. Unser Leben ist nicht mehr wie zuvor. Es wird wohl für längere Zeit so bleiben. Wir müssen uns wieder im engeren familiären und Freundeskreis organisieren. Bürgerschaftliche Hilfsorganisationen beginnen sich zu formieren. Eine neue Zeitepoche kündigt sich an.

Die Zeit für ein Grundeinkommen?

Vor 200 Jahre gab es eine vergleichbare Lebens- und Arbeitsorganisationen. Es war die Zeit, als sich das Leben noch hauptsächlich im Dorf und in der Familie abspielte. Es gab damals auch Berufe wie Weber und Schneider, die Heimarbeit leisteten. Der Lohn war oft nur ein Zustupf, neben einem Kleinbauergewerbe, das sie besassen. Etwas, was den meisten von uns heute leider fehlt. Ein Grundeinkommen für alle könnte helfen, uns neu zu organisieren, um Dinge zu tun, die wirklich Sinn ergeben. Wir hätten mehr Zeit, dem nachzugehen, was uns Freude macht und auch unseren Talenten besser entgegen käme.

Reisen und der Traum der Freiheit

Mit Beginn des 18. Jahrhundert begann die Massenproduktionen in Fabriken, die meist dezentral aufgebaut wurden. Und so begann das Pendeln, und auch die Entfremdung zur Arbeit, wie es Marx einst mal formulierte. Es führte weiter dazu, dass sich die klassische Hausökonomie-Wirtschaft auflöste und sich neue Familienmodelle zu etablieren begannen. Das hatte viele Vor-, aber auch Nachteile. Zum Beispiel war der Weg zur Arbeit, das Pendeln, für die früheren Angestellten eine echte Befreiung aus den Fesseln der Familienbande. Man war freier und weniger beobachtet. Bis heute beinhaltet ja das Reisen genau diese Qualität. Soziologen erkennen im Pendeln erste Ansätze des Phänomens «Freizeit». Davor gab es ja keine Trennung des Lebens in Arbeit und Freizeit wie der geläufige Begriff work-life-balance einem vorgaukelt.

Von der Work-Life-Balance zur Lifebalance

Die Arbeit ist Teil vom Leben, keine Oberkategorie. Wir können eigentlich vier wichtige Zeitspähren unterscheiden: Die Erwerbsarbeits-Zeit, die Eigenzeit, die Familienzeit und und die Community-Zeit (siehe Life-Time-Design Modell). Alle sind gleich wichtig.

Seit Mitte März 2020 sind wir alle gefordert wie noch nie zuvor. Bis grad eben führten wir noch mit unseren Vorgesetzten Zielvereinbarungsgespräche. Und jetzt das! Die Corona Epidemie, die alles auf den Kopf stellt! Vor allem trifft das auf Angestellte zu, die es gewohnt waren, an einem fixen Ort, zu einer fixen Zeit, eine fixe Stundenvorgabe zu erfüllen.

Das ist eine sehr grosse Herausforderung für uns alle. Viele von uns dürften damit überfordert sein, vor allem mit der aufgezwungen häuslichen Isolation Das österreichische Bundesminesterium für Gesundheit hat hierfür extra ein Empfehlungsblatt herausgegeben. Hier ist der Link.

Es gilt aber auch in dieser, unsere Werte neu zu überprüfen und Prioritäten zu setzen. Wir müssen wohl alle zu einem für uns passenden Rhythmus und Takt finden.

 

 

 

 

 

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